Montag, 11. März 2013

Der Talisman im Akademietheater

Johann Nestroys Posse zu modernisieren und so eine Verbindung zwischen gestern und heute zu schaffen, ist eine gute Idee. Ich hätte das David Bösch auch durchaus zugetraut. Ist aber meiner Meinung nach leider ziemlich schief gegangen, denn nach etwa 60 Minuten rutscht die Inszenierung Richtung Schmierentheater ab, kein noch so platter Gag wird ausgelassen. Dabei gibt es durchaus komische Momente und Ideen, aber es scheint, als habe Herr Bösch es geradezu darauf angelegt, fast zwanghaft eine "Pointe" nach der anderen abfeuern zu müssen. Dabei wird nix ausgelassen: Es gibt einen schwulen Friseur, eine Bulimikerin, der nach einem Kettensägenmassaker à la Tarantino die Gedärme wieder reingestopft werden und Maria Happel stakst wie in vielen Inszenierungen mehr als einmal auf hohen Schuhen und mit großzügigem Dekolleté über die Bühne. Dass der Abend kein kompletter Reinfall für mich war, lag an dem grandiosen Hauptdarsteller Markus Meyer, der für den erkrankten Josef Krisch einsprang, an Regina Fritsch, Sarah Viktoria Frick, wirklich entzückend als Salome, und Kirsten Dene.

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